Regen, Kälte, Dunkelheit

Nach längerer Abstinenz gibts es heute einen Artikel über meine aktuelle Lage. Dieser wird nicht unbedingt allzu unterhaltend sein und mit positiven Erfahrungen kann ich auch nicht protzen, weshalb an dieser Stelle alle vorgewarnt sein sollen!

Zuallererst, alles was man über England sagt hat seine Richtigkeit!

Der Regen – brrrrr – ekelhaft! Nicht wie in Deutschland, dass er einfach von oben auf einen niederprasselt, nein er versucht durch geschicktes Ausnutzen der Windböhen alle Abwehrmaßnahmen zu umgehen und trinkt auch in jede kleinste Lücke der Schutzkleidung und Schutzaccessoires vor. Zudem wechselt er von einem Moment auf den anderen seine Gestalt. Was mit einem „normalen“ Regen anfängt, kann schnell in ein leichtes aber  zermürbendes Nieseln umschlagen um schließlich in einem erdrückenden Regenschauer zu gipfeln. Das Schlimme daran ist, dass der Himmel danach nicht auflockert, sondern seine natürliche britische graue Farbe behält – oder direkt wieder eine andere Art von Regen umschwenkt.
Ein Wunder dass die Engländer nicht mindestens so viele Namen für Regen haben, wie die Eskimos für den Schnee.

Die Engländer – nett und doch eigenartig! Ich hatte bereits ein paar Gespräche mit ein paar Arbeitskollegen über England und seine Bewohner. Und wir kommen immer auf eine Sache zurück: den Konsum von Alkohol! Engländer trinken! Und das nicht zu wenig. Aber das scheint hier ein Muss zu sein. Denn bei den wenigen Stunden, die es hier tagsüber hell ist und noch weniger Stunden, an denen die Sonne mal durch die Wolkenschicht bricht, ist es kein Wunder, wenn dies auf das Gemüt schlägt! Da man den Feierabend vorwiegend drinnen verbringen muss, gibts es nicht viel Alternativen: Trinken und Spielkonsolen sind hier sehr verbreitete Hobbies. Zudem boomen Fitness-Center, da Sport im Freien nur unter unangenehmen Bedingungen praktiziert werden kann. Und wenn doch, dann sind es Sportarten, bei denen man sowieso mal im Matsch landet, wie etwa Fußball und Rugby. Zu letzterem habe ich auch einige interessante Erzählungen gehört, aber die kommen mal in einem extra Artikel. Vielleicht habe ich bis dahin auch ein Spiel verfolgen können.
Wer nicht dem Trinken verfällt, der kann immernoch Zuflucht im typischen britischen Humor finden. Von diesem habe ich noch nicht allzu viel mit bekommen – sind wohl alle von der Trinker-Fraktion – jedoch scheint er so zu sein, wie man sich erzählt.

Das Wetter scheint wohl früher etwas milder zu sein. Zumindest konnten sich viele Personen daran erinnern, dass es vor einigen Jahren viel mehr Freibäder gab, während sie heutzutage nahezu verschwunden sind. (Meiner Meinung nach sehr verständlich) Auf meine Fragen, was man am Wochenende denn so machen und anschauen kann, wissen die meisten auch keine Antwort. Es gibt nicht allzuviel in der Umgebung und die meisten Aktivitäten finden in Gebäuden statt.

Das Essen – nicht ganz so schlimm. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich unter der Woche mittags in der Kantine ernähre und das Essen dort im Allgemeinen gut ist und ich abends immer Nudeln mit Fertiggerichten koche, wie etwa Bolognese (so steht’s auf dem Glas) ohne Fleisch oder auch Carbonara oder einer Hühnersuppe mit Gemüse (hier habe ich mit Absicht alle Adjektive vermieden). In der Kantine gibt es auch nationale Gerichte, wie zum Beispiel typisch zähes Roast Beef mit Yorkshire Pudding, das ich sehr lecker fand. Ein kleines Missverständnis ist mir letzten Sonntag passiert, als ich ein Angebot in einem Familien-Pub falsch interpretiert habe… Anstatt einer großen (doppelten) Portion kamen nämlich plötzlich zwei Teller mit dem selben Gericht an den Tisch. Nunja, musste ich schon abends nichts mehr essen….
Das einzige was ich wirklich bemängle ist das Brot. Die haben hier zwar alle möglichen Sorten, aber bei wirklich jedem Brot handelt es sich um diese weiche Sandwich-Variante. Zum Glück ist beim ortsansässigen Aldi gerade eine internationale Woche, sodass ich mir heute eine Packung Vollkornbrot mitnehmen konnte. Den deutschen Glühwein in der deutschen Verpackung gibts hier übrigens auch an allen anderen Tagen. Hatte schon befürchtet dieses Jahr leer auszugehen!

Da ich festellen muss, dass ich wieder mal ins Schwafeln verfalle, beende ich den Eintrag an dieser Stelle. Ich werde mir jetzt erstmal wieder meine täglichen Nudeln kochen.
Zum Haus und zu meiner Arbeitsstelle folgen dann noch extra Berichte! Zudem rückt das Wochenende näher und will geplant werden! Darauf bin ich sicher noch mehr gespannt als ihr….

Ein kleines Update aus aktuellem Anlass:
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Hmmm, sieht das nicht lecker aus?!?

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Markus

Tia… jetzt wiesst du wieso ich kein Fan von dierser Insel bin…
Aufjeden Fall hab ich aber auch schon im Mc Donalds zwei gerichte bekommen, aber hier sind die Portionen auch den Körpergrößen der Chinesen angepasst und somit nicht soo groß.

Und schätz dich glücklich! Das einzige brot das ich hier gefunden habe ist süß!!!

Auf jeden Fall coole Einträge 😉

Tesa

Das mit dem Brot hätt ich dir auch sagen können^^ Wenn du magst schick ich dir mal en paar Brotbackrezepte, is eig relativ einfach 😉
Oder du nutzt die internationale woche, kaufst dir 10 Brote und besetzt die Gefriertruhe damit 😀