London-Special: Day 2

Neben der bereits angekündigten Abreise hat sich uns in der ersten Nacht noch die Frage aufgedrängt, was sich die Engländer eigentlich unter einem Bewegungsmelder vorstellen?! Sowohl das Licht im Klo als auch in der Dusche können nicht von Hand ein- und ausgeschaltet werden – vermutlich aus Angst der Betreiber, vergessene Lichter könnten die Stromrechnung steigen lassen. Das Ergebnis wirkt mit absoluter Sicherheit kontraproduktiv:
Selbst bei geschlossener Tür schaltet sich das Licht den kompletten Tag (und die komplette Nacht) über selbstständig an und aus! Falls sich jetzt jemand die Kühlschrankfrage stellt: Man sieht es durch den Schlitz zwischen Tür und Boden und hört ein deutliches Klack-Geräusch.
(Die alternative Erklärung wäre, dass es hier in England spukt. In diesem Fall entschuldige ich mich natürlich für die Zweifel am technischen Knowhow der Engländer.)

Weil der Handyweckauftrag irgendwo im Nirwana verschwunden ist, haben wir natürlich gleich einmal das Frühstück verschlafen und sind eine ganze Stunde später als geplant losgezogen.
Erster Stopp: Das verpennte Frühstück nachholen. Dazu das Nationalgetränk „Tea“, das entgegen deutscher Erfahrungen ohne zusätzliche Angaben, wie etwa Sorte, Zucker, usw., in England bereits eine vollständige und vor allem eindeutige Bestellung zu sein scheint. Das Ergebnis ist eine hellbraune, trübe Brühe, die sich wohl aus Schwarztee und Milch zusammensetzen soll.

Gegen Mittag haben wir dann Camden Market erreicht, der sich ziemlich passend mit „wahrscheinlich weltgrößter Ramschmarkt“ beschreiben lässt. Von Teppichen über Vasen bis hin zu irgendwelchen Schlüsselanhängern war alles dabei.

Nachmittags stand ein Fußmarsch an der Themse entlang vom Big Ben bis zur Tower Bridge auf der Tagesordnung. Möglicherweise hätte der Marsch länger dauert können, aber wir wurden vom typisch-englischen Wetter überrascht und sind zur Tube geflüchtet und zum Hostel zurück geflüchtet.

Mit dem Ziel, gemütlich mit einem Bier im Keller eine Runde Billard zu spielen, haben wir uns auf den Weg nach unten gemacht. Dort angekommen mussten wir feststellen, dass der Billardtisch bereits bespielt wurde – von drei Typen, die im Wechsel gegeneinander spielten, dazu ihre Ergebnisse aufschrieben und zudem noch ziemlich gut waren. Uns wurde ziemlich schnell klar, dass das heute wahrscheinlich nichts mehr werden würde.
Für das Bier hatten wir dann auch noch nicht mal irgendetwas dabei, um die Flaschen zu öffnen. Auf die Frage nach einem Öffner beim Barmann wurde und mehr oder wenig sachlich erklärt, dass es nicht gestattet sei, hier unten eigene Getränke zu konsumieren. Wenigstens war er so freundlich, die Flaschen zu öffnen, bevor er uns ins Zimmer zurück schickte.
Da wir die Aufforderung ja möglicherweise falsch verstanden haben könnten, haben wir uns vorsichtshalber nur an einen Tisch gesetzt, den man von der bar aus nicht direkt sehen kann.

Im Anschluss dachten wir uns, dass wir uns mit einer Runde Tischkicker über den besetzten Billardtisch hinwegtrösten könnten. Als für den stattlichen Einsatz von £1 (in Worten: einem Pfund) gerade mal 3 (in Worten: drei!) Bälle zur Verfügung standen, wurde uns klar, wieso der Tischkicker immer unbenutzt blieb.
Zumindest zusammen mit der Flaschenöffnergeschichte ist das der Fehlgriff des Tages!

Wieder im Zimmer angekommen stellten sich noch die zwei neuen Zimmerkollegen vor: zwei Niederländer, die sogar noch recht gut Deutsch sprechen. Wir haben dieses Mal beschlossen, nicht viel nachzufragen…

(Ku)

0 0 vote
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtige mich bei

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

2 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments
Tesa

Ich muss schon sagen, die Bilder sind echt spitze 🙂