Eisiges Lebenszeichen

Eigentlich sollte ich ja mal wieder was schreiben. Und eigentlich sollte ich verkünden, dass es hier geschneit hat, was eigentlich echt selten vorkommt. Und eigentlich hab ich sogar ein Beweisfoto gemacht, aber das ist irgendwo auf meinem Smartphone.

Deshalb müsst ihr mir einfach mal so glauben, dass die Engländer mit Schnee nicht zurecht kommen! Sei es beim Autofahren, bei den Zügen oder am Flughafen. Irgendwo liegt immer was lahm aufgrund des Schnees.

So gibt es hier zum Beispiel keine Winterreifen-Pflicht. Im Gegenteil, der Otto- oder sagen wir eher Henry-Normal-Engländer kennt sowas überhaupt nicht. Auch glatte Straßen werden eher als ein Mythos angesehen und umso realer dann die ganzen Unfälle, die bei „black ice“ passieren, dass übrigens so heißt, weil man es durchsichtig ist und man nur die schwarze Straße sieht.
Andererseits gibt es dann die übervorsichtigen Fahrer, die mit 2 mph um den Kreisel fahren und mal kurz den gesamten Verkehr lahmlegen. Das die Busse rechtzeitig ankommen, damit darf man aber sowieso erst gar nicht rechnen. Das tun sie teilweise auch ohne Schnee nicht, weshalb es keine allzu große Umstellung war!

Nur der Aufenthalt und das Laufen im Freien ist bei den Temperaturen nicht sehr angenehm. Da es seit dem Schneefall Minusgrade anzeigte, ist der ganze Schnee nicht getaut, sondern entwickelte sich zu einer wundervollen, gefährlichen Eis-Decke.
Nun muss aber noch gesagt werden, dass die Gehwege hier in England, anders als von uns gewohnt, nicht von den Anwohnern geräumt werden. Im Gegenteil! Jeder Anwohner wäre blöd, diesen Schnee wegzuräumen, da, sollte jemand auf dem geräumten Weg stürzen, der Anwohner zur Kasse gebeten wird.
Wenn aber dagegen der Weg ungeräumt ist, so ist die Stadt dafür und für alle Unfälle verantwortlich und muss zahlen. Das ganze ist natürlich noch schön gesetzlich abgesichert. Also bloß nicht den Schnee anrühren! Könnte teuer werden.
(Schneeschaufeln werden übrigens als Kuriosität aus Europa angesehen und werden in die Urlaubsgeschichten von englischen Reisenden eingebaut)

So wird der tägliche Fußmarsch zur Arbeit, oder genauer gesagt zur Bushalstestelle und dann zur Arbeit, zu einer schönen morgentlichen Rutschpartie!

Das Züge und Flugzeuge aufgrund des Schnees ausfallen, bekomme ich dagegen hauptsächlich durch News mit. Zum Glück bin ich derzeit auf keines von beiden angewiesen. Für Freitag ist übrigens ein erneuter Schneefall vorhergesagt. Kaum zu glauben, dass die Engländer angesichts dieser „Weltuntergangs-Ankündigung“ so ruhig bleiben. Aber vermutlich denkt man sich hier nur: „Schnee? Hammer nicht!“ Und wenn er doch da ist, dann ist es die Ausnahme, die die Regel bestätigt.

Damit beende ich den kleinen Zwischenbericht und hoffe euch auch nächste Woche wieder was schreiben zu können.
Solltet ihr gerne mehr über eine bestimmte Sache erfahren, so schreibt es doch einfach in die Kommentare!

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Tina G.
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Tina G.

Hey, wo bleibt Dein „Britischer Humor“? Mit der weißen Welt verbindet Dich doch ein Stück Heimat! Das mit dem NichtSchneeWegräumen könnte man hier doch mal als Verbesserungsvorschlag machen 😉 – hier warten schon wieder einige Zentimeter und es kommt gerade noch mehr von oben!