To be or not to be…

… kreativ, das ist hier die Frage! Immerhin ist dies meine letzte Woche in England und ich war die letzten 2 Wochenenden nicht komplett tatenlos.

Nach meinem Kurzurlaub in Deutschland ging es sogleich zur├╝ck ins Arbeitsleben – did you tell them all about the good english attitude? Of course I did! ­čśë – und am anschlie├čenden Wochenende in das sch├Âne und bekannte kleine St├Ądtchen Stratford-Upon-Avon. Und dieses St├Ądtchen ist so bekannt f├╝r genau eine Sache, genauer gesagt f├╝r eine ganz bestimmte Person: William Shakespear wurde hier geboren, ist hier aufgewachsen und starb hier auch. Dabei muss man sehr vorsichtig sein, wenn es darum geht, diese Informationen zu interpretieren, denn er verbrachte zwar seine Kindheit hier, sein restliches Leben und seine Karriere verbrachte er jedoch in London! Oder um es anders auszur├╝cken: Akt 1 und 5 spielen in Stratford-Upon-Avon, Akt 2,3 und 4 in London.

There’s something rotten in the state of England!
Nichtsdestotrotz besteht das St├Ądtchen Stratford (den Anh├Ąngsel erspare ich mir bei zuk├╝nftigen Erw├Ąhnungen) sehr darauf, eine sehr wichtige Rolle im Leben Shakespears gespielt zu haben – schlie├člich werden dadurch ja zahlende Touristen angelockt. So kann man abgesehen vom Geburtshaus, welches gleichzeitig das Haus der Eltern ist (wer h├Ątte das gedacht…) und dem Haus, in dem er gestorben ist, noch die H├Ąuser seiner Frau, seiner Tochter und des Mannes der Tochter seiner Tochter (oder so ├Ąhnlich…) besichtigen.
Diese ganzen Locations sind praktischerweise mit einem Hop-On-Busroute verbunden, von der jede halbe Stunde ein Tourbus an einer Haltestelle vorbei kommt. Dazu gibt es an jedem Schauplatz eine Handvoll freundlicher Mitarbeiter, die original im Stil des damaligen Jahrhunderts gekleidet sind und einem alles wissenswerte ├╝ber William und das Leben zur damaligen Zeit preisgeben, wie zum Beispiel warum Betten zu dieser Zeit ein wahres Prestigeobjekt waren!
Dazu gibt es immer wieder ein paar schauspielerische EInlagen aus den Werken Shakespears.

Alles uper durchorganisiert, k├Ânnte man jetzt meinen? Nun ja, dem w├Ąre so gewesen, wenn ich nicht schon so viel Zeit an der ersten Station, und zwar dem Cottage von Anne Hathaway, also dem Anwesen der Familie der Frau Shakespears, verbracht h├Ątte. Seitdem der Winter vorbei ist, wird das Wetter n├Ąmlich endlich freundlicher und gerade an diesem Tag war es ├╝berraschend sch├Ân.
Nach diesem erholsamen Vormittag in der Sonne ging’s dann erst einmal ins dunkle Royal Shakespear Theatre um dort die Geschichte von Hamlet anzuschauen. Ich gebe zu, ich habe mir davor das Buch geholt und (den Anfang auch) gelesen, um sp├Ąter auch verstehen zu k├Ânnen, um was es denn eigentlich geht. Und ich bereue die Entscheidung nicht, denn schon das Lesen des Textes stellte sich aufgrund der altert├╝mlichen Sprache als fordernd heraus. Das Theaterst├╝ck an sich war aber sehr gut und auch meine anf├Ąngliche Entt├Ąuschung, dass die Schauspieler keine altert├╝mliche Kleidung trugen, sondern sehr modern gekleidet waren, wurde von der sehr unterhaltsamen schauspielerischen leistung ├╝berdeckt.

The rest is silence.
Nach diesem Drama-Samstag, der so dramatisch gar nicht war, gab es am Sonntag noch einen Abstecher nach Bletchley Park. Dies ist der Ordt, an dem vor ├╝ber 70 Jahren der Enigma-Code, also der Geheimcode des Dritten Reichs geknackt wurde. Zu dieser zeit arbeiteten dort 8000 Personen und die ganze Anlage wurde bis in die 70er Jahre geheim gehalten.

Zwei der vielen Gr├╝nde, warum der Code schlie├člich geknackt wurde – mal abgesehen, dass der erste Computer der Welt daf├╝r verwendet wurde – waren zum einen, dass ein Buchstabe nie mit sich selbst codiert werden konnte (ein A konnte also niemals ein A sein) und zum anderen, dass die Deutschen zu ├╝berorganisiert waren und deshalb t├Ąglich Meldung machen mussten, auch wenn es nichts zu melden gab und die Nachricht deshalb immer nur eine kurze Meldung im Sinne von „Keine Ver├Ąnderung“ war, welche als Ausgangsbasis f├╝r das Knacken des Codes verwendet wurde.

Als weiteres Beispiel f├╝r die ├ťberorganisiertheit der Deutschen nannte unser F├╝hrer (also der tour guide, nicht was ihr jetzt denkt…) die Ausschilderung der Wanderwege in Deutschland und deren Einteilung in „leicht“, „mittel“ und „schwer“.
Ich pers├Ânlich finde dies aber ganz normal und auch sehr hilfreich, schlie├člich muss einer ja wissen, was ihn auf dem Weg erwartet und ich w├╝rde nicht behaupten, dass wir Deutschen deshalb ├╝berorganisiert sind!

Nun beende ich diesen Blogeintrag jedoch und w├╝nsche viel Spa├č mit den paar Bildern aus Stratford. Ich selbst muss jetzt erst einmal noch meine Lunch-Sandwiches f├╝r die n├Ąchsten 3 Tage vorbereiten, eine Checkliste f├╝r’s USA-Kofferpacken erstellen und die Aktivit├Ąten f├╝r den Aufenthalt in Deutschland durchplanen. In diesem Sinne: Byebye!

0 0 vote
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtige mich bei

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr dar├╝ber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments