Bettwanzen

Jan Kurzendörfer

Was davor schon in diversen Horrorgeschichten zu lesen war, ist auch für uns irgendwann wahr geworden. Bettwanzen! Kleine Parasiten, die in irgendwelchen Löchern in Bettnähe leben und rauskommen sobald ein Mensch in dem Bett schläft. In geringen Mengen könnte man die nervigen Stiche wohl mit denen einer Schnake vergleichen. Leider wurden wir in einer Nacht regelrecht zerstört. Beim Aufwachen hat man noch die letzten gesehen, die gerade fertig geworden sind, auf den Bettlaken einige ihrer Fäkalien und ein paar Blutflecken derer, die wir im Schlaf zermatscht haben… vermutlich war der größte Teil davon unser eigenes Blut.

Bei der Rezeption war man darüber natürlich völlig überrascht und hat gemeint, wir bekämen selbstverständlich einen neuen Raum, sollten aber in Erwägung ziehen, die Biester selbst mitgebracht zu haben. Es mag wohl sein, dass die Parasiten sehr leicht in andere Wohnanlagen verschleppt werde, wie wir aber plötzlich eine komplette Armada im wahrsten Sinne aus unseren Ärmeln/Kleidern schütteln sollten, wäre dann aber noch zu klären.

Als am folgenden Abend die kleinen Viecher wieder zum Vorschein kamen, beschlossen wir das Motel frühzeitig zu verlassen. Zu der Zeit war es bereits 1:30 Nachts und nach einigen Stunden Fahrt in hoffentlich bessere Gefilde, beschlossen wir noch einige Stunden Schlaf auf einem Parkplatz in Santa Clara zu tanken. Das hat auch so lange recht gut geklappt, bis wir plötzlich durch ein Klopfen an die Scheibe geweckt wurden. Draußen stand ein Cop, der unsere Führerscheine und Pässe zur näheren Überprüfung mit in sein Auto nahm. Nach ca. 5 Minuten kam er wieder und klärte uns darüber auf, dass es in dieser Stadt gegen das Gesetz sei, im Auto zu schlafen. Er machte uns sogar noch den Vorschlag, einfach über die Straße zu fahren, da wäre es wieder erlaubt. Den Sinn bzw. Unsinn eines solchen Gesetzes hinterfragten wir in diesem Moment jedoch nicht und waren dankbar, dass wir mit einer mündlichen (kostenlosen) Verwarnung davon gekommen sind. Vermutlich ist es nicht allzu schwer zu glauben, dass deutsche Touristen nicht die ganze Ver- und Gebotsliste der einzelnen Städte im Kopf zu haben.

Als Zusatz: Bettwanzen sind weltweit auf dem Vormarsch und ein Problem, das sich nicht durch Hygiene beheben/verhindern lässt. Wo sie mal drin sind, da bekommt sie nur der Kammerjäger wieder raus. Abgetötet werden sie neben Chemikalien nur durch Hitze über 50°C bzw. extremer Kälte. Spätestens bei der Ankunft zu Hause sollten deshalb alle Kleidungsstücke bei 60°C gewaschen oder einige Tage im Gefrierschrank gelagert werden.

Hier nur einige der Überbleibsel von dem Hinterhalt:

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